Iran

Iran Teil 3: Yazd und Shiraz

20. Juni 2015

Ist man im Zentraliran unterwegs lohnt sich auf jeden Fall ein Abstecher nach Yazd. Yazd ist eine etwas kleinere Stadt mitten in der Wüste und bekannt für zwei Dinge: Hitze und Windtürme. Tatsächlich ist es dort mittags so heiß, dass sich alle beim Ausruhen und Warten auf die kühleren Abendstunden im Hotel treffen.

Als Übernachtungsort dient das Silk Road Hotel, das wohl bekannteste Hotel in Yazd. Es ist ein traditionelles iranisches Haus mit Innenhof und vielen Räumen, auch einen Dormroom gibt es. Für gerade einmal 5€ pro Person gibt es hier ein Bett und ein wunderbares Frühstücksbuffet.

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Besonders schön ist die Altstadt von Yazd – Hunderte Lehmhäuser bilden dort enge, verwinkelte Gassen die förmlich dazu einladen sich in ihnen zu verlaufen. Gerade in den Morgen- oder Abendstunden sollte man einen Walk durch die Altstadt machen, bei dem man die Windtürme (eine Art traditionelle Klimaanlage, deren Turm weit über das Hausdach ragt) genauer betrachten kann. Die schöne Jameh Moschee ist auch dort, sowie einige alte Häuser, die man anschauen kann, die aber im Vergleich zu denen in Kashan nicht besonders sind.

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Yazd ist ebenfalls bekannt für seine Zoroastrischen Sehenswürdigkeiten, wie die „Silent towers“, die etwas außerhalb der Stadt auf kleinen Hügeln liegen. Zoroastrismus war die Hauptreligion im heutigen Iran, bevor der Islam verbreitet wurde. Auch heute leben noch viele Zoroastriker dort – ich muss allerdings gestehen, dass ich vor unserer Reise noch nie von ihnen gehört hatte und der Name Zarathustra war mir nur in Verbindung mit Nietzsche ein Begriff. Doch man lernt ja bekanntlich nie aus!

Die Towers of Silence sind die ehemaligen Bestattungsstätten der Zoroastriker: Da sie glauben, man muss die Erde sowie die Luft rein halten, haben sie ihre Verstorbenen nicht vergraben oder verbrannt, sondern in den besagten Türmen liegengelassen, wo diese dann von Raubvögeln verzehrt wurden. Die Türme wurden allerdings seit den 60er Jahren nicht mehr dafür verwendet. Es lohnt sich definitiv die Mühe von wenigen Minuten zu den Türmen hinaufzusteigen und mit einer atemberaubenden Berglandschaft im Rücken auf Yazd herunterzusehen.

Da wir schon einen Wüstenausflug in Kashan gemacht haben, sind wir in Yazd nicht erneut in die Wüste gefahren, allerdings werden hier einige interessante Touren zu umliegenden Dörfern angeboten.

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Nach Yazd ging es für uns nach Shiraz, der letzten Etappe unserer Reise. Eine 5-stündige Busfahrt brachte uns dorthin. Shiraz gilt als die Stadt der Poesie, der Liebe und des Weins – Ja, angeblich soll Wein sogar im heutigen Iran erfunden worden sein! Die Shiraz-Traube wurde hier zu hochgelobtem Wein verarbeitet und sogar exportiert. Der berühmte persische Dichter Hafez, der in Shiraz geboren worden ist, schrieb nicht wenige Zeilen über seine Liebe zu Wein und auch in Europa wurde der Wein aus Shiraz bekannt. Heutzutage ist hier von der Weinkultur natürlich nichts mehr (öffentlich) zu sehen.

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Wie überall ist der Bazaar der Hauptknotenpunkt der Stadt. Drumherum findet man unzählige Moscheen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Man merkt sofort, wie sich die Ornamente hier im Vergleich zum Norden verändert haben: Sehr viele Blumen, Bäume und Vögel anstatt eckigen, geometrischen Mustern.

Auch sehr schön ist der Bagh-e Eram, ein Garten im Norden des Stadtzentrums. Hier finden sich junge iranische Pärchen und Familien beim Spaziergang wieder. Das Grab von Hafez ist ebenfalls in Shiraz zu besichtigen.

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Ein letztes Highlight im Iran ist Persepolis, ca. 1h Fahrt entfernt. Viele Fahrer und Guides bieten ihre Dienste für einen Tagesausflug an, der definitiv lohnenswert ist. Unter den Achämeniden war dies eine der wichtigsten Städte bis Alexander der Große sie zerstörte. Die Überreste wurden restauriert und die zahlreichen, spannenden Reliefs geben dem Besucher Einblicke in den damaligen Alltag. Ein Guide ist absolut empfehlenswert, da man sonst die interessanten Details, z.b. die vielen verschiedenen Ethnien der Gesichter in den Reliefs nicht erkennen und verstehen kann. Auch wer sich nicht für Archäologie und Geschichte interessiert sollte Persepolis unbedingt besuchen, da es schlicht und einfach beeindruckend ist.

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2 Kommentare

  • Reply Jan 31. August 2016 at 9:32

    Schöne Bilder und eine ganz tolle Beschreibung!

  • Reply Anna 28. August 2017 at 17:32

    Einfach alles so toll beschrieben. Das macht ja Lust auf eine tolle Reise 🙂

  • Kommentieren? Sehr gerne!

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