Philippinen

Walhaie in Oslob

24. Januar 2015

Walhaie in Oslob – Ein Erfahrungsbericht von unserem Besuch im Dezember 2014.

Wer schon einmal ein Bild von Schnorchlern oder Taucher im Internet entdeckt hat, der mit Walhaien schwimmt wird den Gedanken, dies auch machen zu wollen nicht mehr schnell los. Deshalb war diese Aktivität ganz oben auf der Liste, was wir in den Philippinen alles erleben möchten. Da Anna schon zuvor in Dschibuti mit diesen riesigen Fischen im Wasser war, war sie mir mit dieser Erfahrung schon voraus und deswegen stand diese Attraktion primär auf meiner Bucket List (noch) ganz oben.

Deshalb beschlossen wir uns dazu, einen Abstecher in Oslob zu machen. Oslob ist ein kleines Dörfchen auf der Insel Cebu, welches wahrscheinlich nicht viele Touristen anziehen würde, gäbe es dort nicht die Walhaie. Genau gesagt handelt es sich um den „Walhai – Spot“ um Tan – Awan, unweit von Oslob entfernt. Hier gibt es eine kleine Ansammlung von „Resorts“, manche haben diesen Namen verdient, manche weniger. Unser Resort gab uns einen kleinen dunklen Raum, sehr altmodisch eingerichtet und mit 20€ pro Nacht nicht gerade günstig. Da es hier aber auch nicht darum ging, möglichst lange Urlaub zu machen war das schon in Ordnung, immerhin war es nur wenige  Meter weit vom Spot gelegen.

Beim Frühstück am nächsten Tag ließ sich das Getummel gut beobachten. Zu unserer Überraschung waren die Walhaie nur wenige Meter vor der Küste. Wir dachten zuvor, man müsse schon etwa hundert Meter hinausfahren, doch geschätzt waren die riesigen Tiere 20 Meter entfernt. Hinzu kamen mindestens 30 kleine Boote, die jeweils mit mindestens 5-10 Touristen bepackt waren. Da bekanntermaßen Asiaten nicht schwimmen können, trug die Mehrzahl auf den Booten orangefarbene Schwimmwesten.

Das 30-minütige Schnorchelerlebnis kostet 1000 Pesos, das sind ungefähr 20€. Nicht gerade viel, wenn man diese Kosten mit anderen Spots der Welt vergleicht. Um den Tieren auch Erholung zu bieten ist es nur erlaubt bis 12:30 Uhr mit ihnen ins Wasser zu gehen, danach sind diese gigantischen Fische schneller weg als man schauen kann (weil es keine Shrimps mehr gibt).
Es war inzwischen schon spät, deshalb beschlossen wir erst am nächsten Tag mit den Walhaien ins Wasser zu gehen. Wir hofften, dass am frühen Morgen eventuell weniger Leute am schnorcheln sind. Um noch etwas aus dem Tag zu machen beschlossen wir, einen Abstecher zu den Tumalog Falls zu machen, die zweite Touristenattraktion in Oslob.

Oslob 01


Am nächsten Morgen klingelte um 5:30 Uhr der Wecker. Da man ab 6:00 Uhr schnorcheln kann war unser Plan, einfach um Punkt 6 zu gehen und zu hoffen, dass möglichst wenig andere Leute den gleichen Plan haben. Doch leider waren um 6 Uhr noch keine Walhaie in Sicht. In Oslob werden die riesigen Tiere mit Shrimps angefüttert. Dadurch sind die Walhaie zu 99% garantiert und oftmals sind sogar mehr als zehn Stück auf einmal zu sehen. Einzigartig weltweit! Denn in freier Wildbahn ist es nahezu unvorstellbar, eine so große Menge dieser Tiere zu Gesicht zu bekommen. Etwa eine halbe Stunde später konnte es dann los gehen, nachdem wir uns einem Briefing unterziehen mussten welches uns aufklärte, dass pro Walhai nur 8 Leute im Wasser sein dürfen und man 4 Meter Abstand halten soll. Leider waren schon einige Boote draußen, jedoch waren es trotzdem um einiges weniger Leute als zwischen 9:00 und 12:30 Uhr.

Wir warteten gespannt auf dem Boot, bis wir die Genehmigung bekamen, ins Wasser gehen zu dürfen. Wir waren aufgeregt und gespannt, wie viele Tiere wir wohl zu Gesicht bekommen werden. Und dann endlich ging es los!
Nach nur wenigen Minuten sahen wir auch schon den ersten Walhai. Dieser war etwas kleiner und doch atemberaubend. Für mich war es das erste Mal, dass ich so ein riesiges Tier im Wasser sah. Man versuchte, die Walhaie zu verfolgen, wagte immer wieder einen Blick an der Oberfläche um an den Menschen und Booten zu erkennen, wo sich die nächsten Tiere tummeln.
Auch wenn viele andere Menschen um einen herum sind, es war ein einzigartiges Gefühl. Und da es unmöglich ist diesen Tieren hinterherzuschwimmen kam es manchmal auch vor, dass hinter einem ein Tier auftauchte. Dann hatte man diesen Giganten für wenige Sekunden ganz für sich.
Insgesamt schnorchelten wir ungefähr eine Stunde ( so genau scheinen sie die Regeln dort wohl nicht zu nehmen) und sahen 6 – 8 verschiedene Walhaie. Einfach ein unglaubliches Gefühl, wenn 20 Zentimeter unter einem solch ein riesiges Tier vorbei schwimmt. Auch wenn diese Tiere vollkommen ungefährlich sind machte man schon lieber Platz, wenn das Tier mit offenem Maul direkt auf einen zuschwamm.


Auch wenn das Anfüttern die Walhaie in Oslob wahrscheinlich so sehr garantiert wie nirgendwo anders auf der Welt ist diese Praxis fragwürdig.

Auch wenn das Anfüttern die Walhaie in Oslob wahrscheinlich so sehr garantiert wie nirgendwo anders auf der Welt ist diese Praxis fragwürdig. Tonnenweise Shrimps werden Tag für Tag verfüttert, um den Touristenmassen diese „wilden“ Tiere zur Schau zu stellen. Doch welche Auswirkung dieses Handeln auf die Tiere hat ist nicht abzusehen. Denn auch wenn Unmengen an Futter zum Einsatz kommen sind die Walhaie meist sechs Stunden damit beschäftigt ein paar Kilo von diesen Dingern abzubekommen, wobei sie in freier Wildbahn mehr als 6000 Liter Wasser pro Stunde filtern, um Plankton aufzunehmen. Ich denke, dass sie dadurch im Endeffekt mehr Nahrung zu sich nehmen und dazu weniger Stress ausgesetzt sind.

Dennoch, wer unbedingt diese Tiere zu Gesicht bekommen will, ohne dafür hunderte Euro auszugeben und nicht einmal die Garantie zu haben, einen Walhai zu sehen, der kommt in Oslob voll auf seine Kosten. Und auch wenn die Art hinterfragt werden muss ist es ein positives Erlebnis gewesen, welches mir in Erinnerung bleiben wird. Auch wenn ich das nächste Mal diese Giganten eher in wirklich freier Wildbahn sehen möchte.

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1 Kommentar

  • Reply Tauchen und Schnorcheln auf den Philippinen - die besten Spots 11. November 2016 at 16:22

    […] In Oslob (im Süden von Cebu) und Donsol (Süd-Luzon) locken zwei Orte, bei denen man mit den größten Fischen der Meereswelt auf Tauch- und Schnorchelkurs gehen kann. Allerdings sollte man sich genau überlegen, ob man das möchte. Besonders Oslob stand in letzter Zeit öfters in der Kritik, da nicht gerade zimperlich mit den Walhaien umgegangen wird und sie durch Anfütterung immer wieder aus ihrem natürlichen Lebensraum gelockt werden. Mehr kann man hier nachlesen. Einen Erfahrungsbericht findet man zum Beispiel hier. […]

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