Couchsurfing Philippinen

Menschenmassen, Motorroller: Manila

16. Dezember 2014

Wie lebt es sich in der fünft größten und am dichtesten besiedelten Stadt der Welt? Während wir dort 2 Nächte Couchsurfen waren, haben wir einen ersten Einblick gewinnen können. Unser Eindruck von Manila ist sehr gemischt.


Unser Host Jay lebt mit seiner 8-köpfigen Familie in einer Hüttensiedlung in Buli, einem Stadtteil im Süden. Man muss sich Buli vorstellen wie ein Slum mit einer Hauptstraße, von der enge Gassen zu winzigen,  dunklen Hütten führen. In diesen Gassen hängt die Wäsche und die Kinder waschen sich mit einem Eimer Wasser. Auf der Hauptstraße findet das eigentliche Leben ab: alle sitzen draußen, verkaufen etwas, kaufen ein. Die Jeepneys rattern vorbei und die Kinder spielen.

Jays Familie lebt auf geschätzt 45m² auf 2 Stöcken. Die Wände sind nicht bis zur Decke hochgezogen, damit die Klimaanlage alle Zimmerchen erreicht. Tageslicht ist hier nicht wirklich zu finden. Privatsphäre gleich null. Trotz deiser Umstände schliefen wir dort mit 4 anderen Couchsurfern. Die Familie rückte zusammen und überließ uns ihre Zimmer. Der Lebensrythmus hier ist sehr verschieden von unserem: Man bleibt bis 3 Uhr morgens wach und steht gegen 6 wieder auf um Arbeiten zu gehen. Seine Ruhe hat man hier auf jeden Fall nie.

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Ein Spaziergang durch Buli zeigte uns allerdings wie freundlich die Filipinos sind. Man winkte uns zu, freute sich über Fotos, die Kinder kamen her und fragten nach unseren Namen. Wir wurden zuerst immer für Amerikaner gehalten. Nicht ein einziges Mal wurden wir bedrängt oder haben uns unsicher gefühlt.

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Jeepneys sind hier das Hauptverkehrsmittel: Alte, bunt bemalte Militärfahrzeuge, die zu Bussen umfunktioniert wurden. Wo man aussteigen möchte entscheidet man selbst indem man gegen das Dach klopft und einfach hinausspringt. Wenn für uns der Bus voll besetzt war, passten für die Einheimischen noch 3 weitere Personen hinein.  Nicht selten sieht man eine Traube an Menschen hinten auf dem Trittbrett der Jeepneys mitfahren.

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Der Verkehr ist unbeschreiblich. Für eine Strecke von 10Km haben wir in der Rush Hour mit öffentlichen Verkehrsmitteln 2 Stunden gebraucht. Philippinos hupen konstant und die Motorräder schlängeln sich gefährlich durch den stockenden Verkehr. Menschen laufen kreuz und quer über die Straße und die Jeepneys halten unerwartet wo auch immer sie gerade sind um Menschen aussteigen zu lassen. Von der Luft in Manila möchte ich gar nicht erst schreiben.

Der Straßenrand und die Gehwege sind voll besetzt mit Ständen, an denen man alles Mögliche kaufen kann. Überall Menschen! Bis in die späte Nacht hinein. Auch gegen Mitternacht sieht man Kinder am Straßenrand springen.

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Eine kulinarische Spezialität hier ist Balut: Ein gekochtes Ei, in dem sich der Hühner-Embryo schon entwickelt hat. Wenn es geschält ist lassen sich Kopf, Beinchen und Federn sofort ausmachen. Schmeckt nicht schlecht, sieht aber ekelhaft aus.

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Manila ist einfach eine anstrengende Stadt, die niemals schläft. Die Hälfte des Tages verbringt man im Bus oder Jeepney. Was uns allerdings sehr gefallen hat ist, dass es immer etwas interessantes zu sehen gibt und man immer und überall direkt in das Alltagsleben der Philippinos hineinblicken kann.

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