Iran

Iran Teil 1: Kashan und Abyaneh

11. Juni 2015

200Km südlich von Teheran, am Rande der Wüste Dasht-e-Kavir, liegt Kashan. Von vielen Reisenden wird Kashan übersehen doch es ist eine der schönsten Städte im mittleren Iran.

Aus der Zeit, als Kashan noch ein wichtiges Handelszentrum darstellte, sind einige historische Häuser erhalten geblieben, die man keineswegs verpassen sollte. Man kann Stunden mit dem Bestaunen der Ornamente, Stuckarbeiten und bunten Fenstern verbringen. Die traditionellen Innenhöfe mit ihren Springbrunnen und Blumenbeeten laden zum verweilen ein; ringsherum führen Türen und Eingänge zu verschiedenen Zimmern oder weiteren Höfen. Auch das nahegelegene Hammam-e Sultan Amir Ahmad, einem typisch iranischen Badehaus, ist einen Besuch wert: Zwar wird es nicht mehr als Badehaus genutzt, doch durch die bunten Fliesen und das Plätschern der Springbrunnen wird man sofort in eine andere Welt versetzt.

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Das Tabatabei House – Eines der historischen Häuser

IMG_0286 Ornamente im Tabatabei House

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Das Hammam-e Soltan Amir Ahmad


Ebenfalls sehenswert aber 9Km außerhalb gelegen ist der Fin-Garten zu finden, welcher UNESCO Weltkulturerbe ist und gerade bei den Iranern selbst als beliebt gilt. Ein System aus türkis gefliesten Pools und Wasserwegen verläuft symmetrisch durch das Areal; massenweise Zypressen zieren den Garten und kleine Kinder hüpfen über die Wasserwege. Da der Garten von vielen iranischen Familien besucht wird, findet man sich schnell in einem netten Gespräch mit einer Gruppe interessierter Iraner wieder.

Wenn dann die Mittagssonne zu heiß wird lädt das Teahouse im Bazaar zu einer Verschnaufpause ein. Bei einem Dizi oder Fasenjun und einer Kanne schwarzen Tees und Datteln kann man die iranische Jugend beim Tratschen und Rauchen der Qalyans (Shishas) beobachten. Natürlich gibt es auch hier einen obligatorischen Springbrunnen in der Mitte. Sobald die Läden im Bazaar gegen Nachmittag weder zum Leben erwecken, lohnt sich ein Spaziergang durch seine vielen Gassen.

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                                      Fin-Garten

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Typisches Teahouse im Bazaar

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Tee wird meist mit Datteln und viel Zucker serviert

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Kashans Bazaar


Da die Dasht-e Kavir gleich nebenan liegt sollte man keineswegs einen Ausflug dorthin versäumen. Wer Zeit hat kann sogar eine Nacht in der Wüste verbringen. Für ca. 50€ pro Person ging es für uns zu viert mit einem klapprigen Auto aus der Stadt heraus. Nach zwei kleinen Zwischenstopps – die Underground City und ein wunderschöner Schrein – findet man sich im weiten Nichts wieder. Rechts die Sanddünen, links der Namak Lake, ein riesiger Salzsee. Das Ziel, ein alter Caravanserai (ehemalige Raststätte für die Karawanen der Seidenstraße) wurde bei Sonnenuntergang erreicht. Es ist ein einzigartiges Gefühl mit Naan, Bohnengemüse und Schwarztee unter dem Sternenhimmel zu sitzen und den spannenden Geschichten des iranischen Guides zu lauschen und anschließend mit ihm über Iran, die Welt, Politik und Religion zu diskutieren.

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Ein Schrein zwischen Kashan und der Wüste

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Besonders die Eingänge der Moscheen und Schreine sind bewundernswert

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Weit und breit nur Wüste – Die Dasht-e Kavir

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Der Namak Lake kurz vor Sonnenuntergang

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Caravanserais sind ehemalige Raststätte für die Karawanen der Seidenstraße


Wer auf dem Weg Richtung Süden nach Esfahan ist, sollte unbedingt einen Abstecher nach Abyaneh machen. Dieses alte Dörfchen aus roten Lehmhäusern liegt einsam und verlassen in den Bergen, bietet aber eine einmalige Kulisse. Tatsächlich hat Abyaneh nur noch alte Bewohner, die in den schmalen Gassen getrocknete Früchte und andere Kleinigkeiten verkaufen. Die Frauen tragen die für Abyaneh bekannten mit Blumenmuster verzierten Kopftücher. Ein kurzer Spaziergang zum zerfallenen Fort etwas abseits des Dorfes lohnt sich, da man von hier einen perfekten Blick auf ganz Abyaneh hat.

IMG_0770Auf dem Weg nach Abyaneh

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Die roten Lehmhäuser Abyanehs

IMG_0707Überall im Iran findet man zwei Türklopfer – einen für den Mann und einen für die Frau. Sie machen unterschiedliche Geräusche und signalisieren so den Frauen im Haus ob sie sich zurückziehen müssen oder sichtbar bleiben können

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3 Kommentare

  • Reply Bonner Linktipps am Samstag, die schon wieder recht spät kommen … | Bundesstadt.com 13. Juni 2015 at 21:40

    […] Anna aus Bonn und Chris aus Stutt­gart schrei­ben die­ses Blog gemein­sam. Sie haben die ira­ni­schen Städte Kas­han und Abya­neh besucht. Auch bei die­sem Blog­post lohnt der Klick allein schon wegen der […]

  • Reply Vivi 12. Januar 2017 at 21:08

    Hallo,
    schöner Blog!! habt ihr eine Empfehlung für eine Unterkunft in Teheran?

    • Reply Christoph 17. Januar 2017 at 21:58

      Hallo Vivi,
      Sorry, leider nicht, da wir nicht in Teheran waren (außer am Flughafen).
      Viel Erfolg bei der Suche! Vielleicht findest du auf anderen Blogs was, zur Not stehen auch welche im Lonely Planet 🙂

      Grüße
      Chris

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