Philippinen

So geht es bei einem philippinischen Hahnenkampf zu!

9. Januar 2015

Hahnenkämpfe sind ein wichtiger Bestandteil der philippinischen Kultur und locken regelmäßig hunderte von Philippinos an. Durch unseren Couchsurfing Host auf Bohol, Richard, und dessen Cousin, der schon seit dem Kindesalter bei diesen Events dabei ist, bekamen wir am ersten Tag des neuen Jahres die Chance bei einem der berüchtigten Kämpfe dabei zu sein.

Mit DEM lokalen Transportmittel, dem Motorroller, gings nach Sagbayan zum sogenannten „Cockpit“. Die große Anzahl an geparkten Roller verriet schon, was dort los sein würde. Der Eintritt kostete 25 Peso (50 Cent), für mich als Frau war der Nachmittag allerdings umsonst.

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Die Arena besteht aus einem vieleckigen, mit Glaswänden umzäunten Kampfplatz; drumherum eine Stehtribüne, gefüllt mit mindestens 600 Einheimischen. Wir waren die einzigen Ausländer dort und Frauen sind dort sowieso schwierig anzutreffen, kein Wunder also, dass wir angeschaut wurden als seien wir frisch vom Mars gelandet. Wir fanden zu viert Plätze ganz oben, geschützt vom Gedränge vor der Glasscheibe.

Ein Kampf beginnt mit dem Vorführen der Hähne. Die Besitzer stehen sich in der Mitte des Platzes gegenüber und halten die Hähne in den Händen. Um die Hähne in Kampflaune zu bringen, lassen sie die Hähne sich gegenseitig in den Hals picken. Danach lassen sie sie aufeinander los, während sie die Tiere aber noch an den Schwänzen festhalten. So können die Zuschauer sehen, wie die jeweiligen Tiere auf einander reagieren und welcher von beiden aggressiver ist. Nach wenigen Minuten beginnen alle Zuschauer wie wild mit den Armen zu fuchteln und zu schreien: Das Wetten beginnt. Jeder zeigt durch die Wahl des Armes ob er auf den linken oder rechten Hahn setzt. Dies wird so lange gemacht, bis man einen Wett-Partner gefunden hat. Die Philippinos setzen 100-500 Pesos ein (2-10 Euro) – ein ziemlich hoher Wetteinsatz, wenn man bedenkt, dass der Mindestlohn hier in der Gegend bei 280 Pesos pro Tag liegt!

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Erst jetzt beginnt der eigentliche Kampf. Die Hähne werden auf einander losgelassen. Oft stürzen sie direkt auf einander los, springen, flattern wild, picken und krähen. Jeder Hahn hat eine Stoßzahn-förmige, ca. 7cm lange Klinge an den Hinterfuß gebunden. Spannend wird es sobald ein Hahn verletzt ist und nicht mehr auf die Beine kommt oder nicht mehr regelmäßig reagiert. In diesem Fall hebt der Schiedsrichter die beiden Teilnehmer einige Zentimeter über den Boden und lässt sie wieder fallen, um eine neue „Runde“ einzuleiten und beiden erneut die Chance zu geben den Anderen zu verletzen. Diese Prozedur geht so lange, bis ein Tier tot ist oder ein Tier 3 Runden lang auf keine Angriff reagiert. Das können wenige Sekunden bis einige Minuten sein. Die maximale Dauer eines Kampfes liegt bei 10 Minuten, in diesem Fall wird gelost.

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Während nun der Kampfplatz liebevoll gefegt wird um die Federn zu beseitigen, wird der Wetteinsatz an die jeweiligen Partner vergeben. Auch wir wollten uns am Wettgeschehen beteiligen, also setzte Chris bei 4 Kämpfen 100 Peso auf einen der Hähne. Glücklicherweise gewann er jedes Mal; wir machten einen Gewinn von umgerechnet 8 Euro.

An einem Nachmittag finden ungefähr 60 Einzelkämpfe statt und vor 23 Uhr kommt ein echter Filipino nicht aus der Arena.

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Ich hatte mir die Kämpfe zuvor noch brutaler vorgestellt, als sie es waren: Nein, die Hähne hacken sich keine Beine oder Flügel ab. Dennoch kann man das Blut förmlich tropfen sehen; die kleinen Laachen lassen sich auch später noch auf dem Kampfplatz ausmachen. Es ist grausam mitanzusehen, wie die Tiere einen so qualvollen Tod erleiden; allerdings auch genauso interessant zu sehen wie begeistert und mit Herzblut die Philippinos dabei sind!

Ironischerweise werden in der Arena – neben Bier und Zigaretten – hart gekochte Eier verkauft…

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