Couchsurfing Tipps

GUIDE: Couchsurfing kann jeder!

14. März 2015

Was ist Couchsurfing?
Couchsurfing.org ist ein sogenanntes Gastfreundschaftsnetzwerk, welches seit 2004 existiert. Die Idee ist, Reisenden eine kostenlose Unterkunft bei sich zu Hause zu geben und so aus dem Reisen eine interkulturelle, soziale Erfahrung zu machen. Inzwischen sind über 9 Millionen Mitglieder in über 120.000 Städten überall auf der Welt registriert.

Wie funktioniert Couchsurfing?
Du möchtest Couchsurfen? Na dann los! Erst einmal benötigst du ein Profil auf Couchsurfing.com. Auf diesem Profil stellst du dich vor und erzählst etwas über dich. Um einen Host zu finden, musst du nur wissen in welcher Stadt und für welchen Zeitraum du einen Couchsurfing-Host suchst. Dir wird dann in der Regel eine ziemlich lange Liste an Hosts aus diesem Ort angezeigt, welchen du eine Nachricht oder eine Couchsurfing-Anfrage schicken kannst. Entscheidest du dich für einen Host, schreibst du ihm eine Anfrage, welche aus einem kurzen Text, in welchem du erklärt warum du ausgerechnet bei diesem Host schlafen möchtest und deinen An- und Abreisedaten besteht. Daraufhin können diese Hosts mit dir in Verbindung treten, dein Profil studieren und sich dann für eine Zu- oder Absage entscheiden. Falls ein Host bereit ist dich aufzunehmen, wird entweder ein Treffpunkt ausgemacht oder du bekommst seine Adresse. Ganz simpel, oder?

Da war das ältere Ehepaar, das alle Details über meine bisherigen Reisen nach Afrika wissen wollte und die auf ihren täglichen 5-o-clock-tea bestand. Da war Rosanna, die selbst fast immer unterwegs ist und deren Vater mich in seinem Geschäft einstellte, da ich auf der Suche nach Arbeit war. Und Yuji, der Japaner, der mir seine Hausschlüssel unter die Fußmatte legte und in dessen kleiner Wohnung zeitgleich noch drei andere Couchsurfer nächtigten. Nicht zu vergessen: Mikey, der Chris und mich aufnahm, der uns zum Future Music Festival mitnahm und bei dem ich über 8 Monate verteilt knappe 3 Wochen wohnen durfte. Mikey erklärte mir später, dass er und seine Familie uns inzwischen als Freunde ansieht und wir jederzeit willkommen seien. (Ausschnitt aus meinem Erfahrungsbericht)

Natürlich kannst du umgekehrt auch Couchsurfing-Host werden und andere Couchsurfer bei dir zu Hause aufnehmen!

Wir mit unserem Host Mikey in Sydney. (ganz links)


Finde ich garantiert Jemanden, der mich aufnimmt?
Ein Host kann frei entscheiden, ob er dich bei sich aufnehmen möchte und somit gibt es keine Garantie, dass du eine Zusage bekommst. Dennoch erhöht man seine Chancen enorm, wenn man ein paar simple Dinge beachtet:
1. Fang früh genug an nach Hosts zu suchen! Ich habe zwar schon öfters sehr kurzfristig Hosts gefunden, dennoch ist es ratsam ungefähr 2 oder 3 Wochen vor deinem Aufenthalt schon Hosts anzuschreiben und dich mit ihnen in Verbindung zu setzen.
2. Schreib viele Hosts an! Ich schreibe in der Regel 10 bis 15 Couchsurfer an. Von diesen bekomme ich im Schnitt 7 Antworten, wovon dann 2-5 positiv ausfallen. Oft sind Hosts nicht regelmäßig auf der Webseite aktiv und sehen deine Nachricht gar nicht erst oder sie sind selbst auf Reisen.
3. Gib dir Mühe bei der Erstellung deines Profils! Niemand nimmt eine fremde Person auf, die sich nicht die Mühe macht ihr Profil anständig auszufüllen. Stelle dich möglichst so dar, wie du bist und lade ein paar Fotos hoch.
4. Nimm dir Zeit für den Text bei einer Couchsurfing-Anfrage! Gehe auf die Frage, warum du ausgerechnet bei dieser einen Person schlafen möchtest, ein. Warum erscheint dir diese Person vertrauenswürdig oder interessant? Habt ihr Gemeinsamkeiten? Wie stellt du dir eure gemeinsame Zeit vor? Würdest du dich auch im Haushalt miteinbringen oder etwas im Gegenzug für die Gastfreundschaft deines Hosts tun? Ich schlage meistens vor etwas typisch deutsches für meinen Host zu kochen/backen- Das findet eigentlich immer Anklang.
5. Nimm Kontakt du deinen zukünftigen Hosts auf! Kläre die Details ab, sei freundlich und zeig, dass du deinen Host wirklich als Person kennenlernen möchtest. Zusammengefasst: Versetze dich in die Lage des Anderen und betrachte dein Profil und deine Anfrage aus den Augen des Hosts! Wenn du diese Punkte beachtest, sollte dir nichts mehr im Wege stehen!

Wie lange sollte ich bei einer Person couchsurfen?
Das entscheide in erster Linie dein Host. Ich frage normalerweise ob ich 2-5 Nächte bleiben kann, je nachdem was ich plane. Nur eine Nacht zu bleiben ist zu wenig um den Anderen wirklich kennenzulernen, eine Woche ist für den Anfang meist etwas zu lang. Allerdings wurde mir schon öfters angeboten ich könne länger bleiben- in zwei Fällen sogar so lange wie ich wolle!- oder gerne wiederkommen.

Kann man nur alleine Couchsurfen oder auch mit Mehreren?
Das hängt vom Host ab. Manche nehmen maximal eine Person auf, Andere bis zu 5 Personen. Mir ist es auch schon passiert, dass während meines Aufenthalts drei andere Couchsurfer zu Gast waren. In der Regel ist es kein Problem jemanden zu finden wenn man zu zweit reist, zu dritt ist es schon etwas schwieriger, aber lange nicht unmöglich.

Sollte ich etwas während meines Aufenthalts beachten?
Ein Mensch der dich noch überhaupt nicht kennt gewährt dir Einlass in seine Wohnung und somit auch für diesen Zeitraum in sein Leben. Couchsurfing basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Fast jeder Host wird dir sofort sagen, dass du dich wie zu Hause fühlen sollst und dich jederzeit am Kühlschrank bedienen darfst. Dennoch ist es natürlich angebracht sich (zumindest in den ersten Tagen) wie ein Gast zu verhalten und anzubieten beim kochen, einkaufen oder dem Haushalt im Allgemeinen zu helfen. Sich in sein Zimmer wegsperren um das nach längeren Hostel-Aufenthalten sehnsüchtig vermisste, unbegrenzte WIFI auszunutzen geht gar nicht! Schließlich möchte dein Host dich kennenlernen und eine schöne Zeit mit dir verbringen, dir die Stadt zeigen oder dich seinen Freunden vorstellen! Sei einfach offen für alles Neue und lass dich auf deinen Host ein – schließlich tut er dies auch.Logischerweise ist jeder Host anders, dennoch wirst du in der Regel bekocht und musst dich nicht an den Ausgaben beteiligen. Manchmal bekommst du sogar einen Zweitschlüssel in die Hand gedrückt, manchmal muss aber auch im Voraus geplant werden wann wer zu Hause ist. Einige Hosts wollen dir unbedingt ihre Umgebung zeigen und dir eine gute Zeit bieten, andere geben dir einfach nur ihr zu Hause als Unterkunft.Ein Gastgeschenk ist keine Pflicht, jedoch gerne gesehen. Für mich persönlich würde es nie in Frage kommen einen Couchsurfer ohne ein kleines Mitbringsel, einen netten Brief, eine Runde im Pub oder ein liebevoll gemachten Kaiserschmarrn zu verlassen.Nach deinem Couchsurfing-Abenteuer solltest du außerdem eine Bewertung auf dem Profil deines Hosts hinterlassen. Dein Host gibt dir sicherlich ebenfalls Eine!

Ist Couchsurfing sicher?
Meiner Meinung nach ist Couchsurfing ziemlich sicher. Meine bisherigen Erfahrungen sind hier zu finden. Auch ich habe Geschichten gehört, die das Gegenteil beweisen zu scheinen, allerdings denke ich, dass man mit dem kleinsten Bisschen Verstand das Risiko, in eine ungewollte oder gefährliche Situation zu gelangen, verringern kann- sowohl als Couchsurfer als auch als Host.
1. Hat der Andere gute Bewertungen? Hat er schon mehrere Leute aufgenommen/war er schon wo anders Couchsurfen? Das ist natürlich kein eindeutiger Indikator, jeder muss ja schließlich irgendwann mit Couchsurfing beginnen. Falls man aber auf Nummer sicher gehen möchte, ist die Anzahl der positiven Bewertungen ein guter Anhaltspunkt.
2. Geht er auf deine Fragen ein? Ist er wirklich daran interessiert dich kennenzulernen? Gibt er sich Mühe dich als Host zu gewinnen? Wirkt er freundlich und höflich?
3. Hat die Person ein detailreiches Profil, Fotos von sich und eine genaue Beschreibung wo du schlafen kannst und wieviel Privatsphäre du bekommst?
4. Sobald du ein ungutes Gefühl hast und dir unsicher sein solltest, suche dir lieber einen anderen Host oder gehe doch lieber ins Hostel! Denke auch als Couchsurfer immer daran, dass es für den Host ebenfalls ein Risiko ist eine fremde Person in seine Wohnung zu lassen. Wenn du dir diese Fragen stellst, sollte alles gut gehen!

Soweit so gut. Und jetzt? Auf geht’s!

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