Couchsurfing Philippinen

Zu Gast bei Filipinos auf Bohol!

8. Februar 2015

Nachdem die Fähren insgesamt drei Tage nicht fuhren sind und wir zwanghaft in Cebu gestrandet sind, wurde am 31. Dezember die Fährverbindung nach Bohol wieder aufgenommen.

Somit konnten wir zum Glück zu Richard, unserem Couchsurfing Host fahren um mit ihm Neujahr zu feiern!
Ich war wohl noch nie an Neujahr um 1 Uhr im Bett, doch nachdem wir am Tag zuvor um 6 Uhr aufgestanden sind und in der Provinz nicht wirklich etwas los war sind wir schon früh schlafen gegangen.

Am nächsten Tag gingen wir zusammen mit Richard und seinem Cousin zum Cockfight, den Beitrag findest du hier.


Um zu Richard zu gelangen muss man von der nächsten Stadt, Sagbayan, etwa 10 Kilometer über teils unbefestigte Straßen fahren. Ankommen tut man dann in einer kleinen Ansammlung von Häusern, die ein kleines Dörfchen bilden.

Dort wohnt er mit seiner Frau (Alda), seinem Sohn (Fischer) und seinen zwei älteren Tanten (Nida und Lilie). Ursprünglich kommt er von der Insel Lapu Lapu, direkt bei Cebu City. Er und seine Frau lernten sich in Lapu Lapu beim arbeiten kennen, doch zogen zurück zu den Wurzeln von Alda. Denn dort ist das Leben um einiges entspannter und ruhiger, vergleichbar zum lauten und hektischen Stadtleben.

  Richard 09


Das Haus ist wie die meisten Häuser hier selbstgebaut aus Holz, einem Blechdach und Steinen. Gekocht wird mit Feuer, fließend Wasser ist nicht vorhanden. Richtig authentisch also! Zum Duschen kann man an den Brunnen im Garten gehen oder zu einem kleinen idylischen Bach, der etwa 50 Meter entfernt ist.

Die meiste Zeit sind die Frauen mit Kochen beschäftigt, denn hier wird drei Mal am Tag warm gegessen. Frühstücken tut die Familie für gewöhnlich um 7 Uhr, gegen 12 – 1 gibts dann Mittag- und abends zwischen 6-7 Abendessen.

Richard 02Richard 03 Richard 04Die Küche und Nida beim vorbereiten der Zutaten für’s kochen


Es regnete viel, sodass wir an zwei Tagen nicht viel unternehmen konnten, außer um das Haus zu schauen. Die Familie besitzt eine kleine Farm, auf der sie allerlei Dinge anbaut, von Kakaobohnen bis hin zu unterschiedlichen Arten von Gemüse.
Außerdem haben sie einen Wachhund, der den ganzen Tag schläft und nachts bei jeder kleinsten Bewegung bellt, zwei Katzen und ein paar Schweine, die erst vor ein paar Tagen kleine Babys bekommen hatten!

Allgemein gehören hier jegliche Tiere zum Leben der Menschen, seien es kleine und große Geckos, die man dauernd an der Decke beobachten kann, Spinnen jeglicher Art, Mäuse oder auch Schlangen. Wir hatten zwar keine gesehen, aber eine gehört!

Richard 01 Richard 05Richard 13


Als das Wetter wieder etwas besser war unternahmen wir einen Ausflug zu den Chocolate Hills, die nicht weit entfernt waren. Zugegebenermaßen wohnten wir mitten in den Chocolate Hills, doch die bekannte Plattform für die Aussicht war ungefähr 25 Kilometer entfernt.
Richard meinte mit einem Liter Sprit würden wir mindestens 55 Kilometer kommen. Da die Tankanzeige nicht funktionierte (wie die meisten Tachometer in den Philippinen, wahrscheinlich wegen den Temperaturen und der Feuchtigkeit) konnten wir nicht abschätzen wieviel Sprit noch im Tank war und auf dem Weg zurück blieben wir dann unerwartet stehen. Da Sonntag war, waren die meisten Leute in der Kirche (so auch der Shop Besitzer), sodass wir in der Nähe keinen Sprit bekamen. Zum Glück half uns eine Frau und fuhr Anna zur nächsten Tankstelle, während ich am Motorrad wartete. Letztendlich kamen wir wieder heile bei Richard an.

 Richard 11Chocolate Hills lookout in der Nähe von Del Carmen, Bohol


Abends gab es dann ein „native Chicken“ zu essen. Darunter versteht man ein Huhn, dass nicht in einem Käfig, sondern in Freiheit gelebt hat. Deshalb mussten wir erst einmal warten, bis ein Farmer eins gefangen hatte und an uns verkaufen konnte. Natürlich wird das Chicken lebendig gekauft und selbst getötet. Hierfür schneidet man die Halsschlagader mit einem Messer auf und lässt das Huhn ausbluten.

Nachdem es gerupft wurde, wurden aus den Organen und dem Blut eine Soße gekocht, welche mit Kokosnussmilch, Gewürzen und Chilies kombiniert wird. Für uns gab es die frittierten Hähnchenteile.
Und wie schmeckt ein Huhn, das eine Stunde zuvor noch durch die Gegend gelaufen ist? Unbeschreiblich gut! Das Fleisch war viel fester und hatte mehr Aroma, als ein gewöhnliches Huhn. Das liegt wohl daran, dass ein Native Chicken im Vergleich zum Käfighuhn viel muskulöser und älter ist und zudem nicht „gemästet“ wurde.

Danach wurde auf der Veranda noch mit ein paar Freunden und Nachbarn von Richard ein paar Flaschen Tanduay geleert mit frischen Kokosnüssen.

Richard 10Da wird’s gerupft, unser Native Chicken!


Am Tag bevor wir weiterzogen machte Anna mit den Frauen noch Suman , eine Reisspezialität, welche in Bananenblätter eingewickelt wird. Zutaten sind eigentlich nur Reis, Kokosnussmilch, Kokosnuss, Zucker und Ingwer. Fertig gibt dies dann einen klebrigen Reis, der einfach unglaublich lecker schmeckt!

Richard 14 Richard 15 Der gekochte Reis wird in die Bananenblätter eingewickelt, dann noch einmal in einem dampfenden Topf erhitzt


Insgesamt haben wir es nochmal genossen, das dritte Mal mit einer philippinischen Familie leben zu können. Man bekommt einfach einen so guten Eindruck, wie nett, freundlich und glücklich die Menschen dort sind!

Richard 16Von links: Ich, Richard, Alda, Fischer, Lilie & Nida

You Might Also Like

3 Kommentare

  • Reply Sara 8. November 2016 at 17:31

    Hallo Chris,
    ich bin auf der Suche nach einer Gastfamilie und bin auf deinen Beitrag gestoßen. Ich würde total gerne bei Richard und seiner Familie unterkommen. Weißt du wie ich Richard kontaktieren kann? Danke für eine kurze Antwort, Sara

    • Reply Christoph 22. November 2016 at 15:08

      Hallo Sara,
      Soweit ich weiß ist Richard umgezogen nach Lapu Lapu. Du kannst ihn mal auf Facebook suchen, dort heißt er boholtourrichardgohetia gohetia 😉

      • Reply Sara 12. Februar 2017 at 16:51

        Hey,
        Sry für die späte Antwort. Vielen Dank für deinen tipp, ich freu mich schon auf dir reise.

    Kommentieren? Sehr gerne!

    *

    Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

    Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

    Schließen