Nepal

Annapurna Circuit Part 4 – Muktinath bis Ghandruk

13. April 2015
Annapurna Circuit Tag 11 bis 13: Muktinath (3760m) – Jomsom (2720m) – Marpha (2670m) – Kalopani (2530m)

Der Pass war geschafft und dadurch ein großes Stück der Motivation für das alltägliche Frühaufstehen verschwunden. Immerhin hatte man das wichtigste Etappenziel bereits hinter sich. Deswegen wurde heute erst um 8 Uhr gefrühstückt.
Und weil sich auch all die Anderen nicht mehr diszipliniert um sechs Uhr aus dem Bett kämpften, fühlte man sich keinesfalls schlecht dabei. Manche Gruppen beschlossen heute sogar nicht wie geplant bis nach Jomsom zu laufen, sondern die Route umzuändern und einen Abstecher nach Kagbeni zu machen.

Kagbeni ist nur wenige Stunden Fußmarsch von Muktinath entfernt und eine schöne Alternative. Um genau zu sein handelt es sich bei dieser Ortschaft um das Tor zum ehemals geheimnisvollen Königreich Mustang, heute als Region „Upper Mustang“ bekannt. Wer hier Urlaub machen möchte muss für eine $500-Permit blechen – für 10 Tage.
Doch so toll das alles auch klang beschlossen wir doch lieber den Weg bis Jomsom durchzuziehen, um nicht unnötig der fehlenden Motivation geschuldet Tage zu verlieren. Immerhin hatten wir noch gut ein Drittel des Treks vor uns.
Auf unserer Karte war zudem ein Alternativtrek eingezeichnet, der nicht an der Straße entlang führt. Auf Nachfrage meinte jedoch der Guide der Deutschen zu uns, dass dieser Trek durch den Schnee eventuell schwer zu finden sei.

Somit stellten wir uns vorerst auf einen Wandertag an der Straße ein. Kurz vor Ortsende in Muktinath kam jedoch die Abzweigung zum besagten Trek. Mit einem vertrauenswürdig aussehendem Informationsschild und einer (anfangs) guten Beschilderung entschieden wir uns gegen die Empfehlung des Guides – was sich schnell als Fehler herausstellen sollte.
Zehn Minuten ging es über einen anfänglich noch guten, schließlich jedoch improvisierten Trampelpfad und ganz plötzlich fanden wir uns irgendwo im nirgendwo wieder, weit und breit war jegliche Spur von einem Pfad verschwunden.
Die Schuld dem Anderen zuweisend debattierten wir um eine Lösung. Anstatt den Weg zurück bis zur Straße zu laufen versuchten wir einfach querfeldein zur nächsten kleinen Ortschaft zu laufen. Der zweite Fehler dieses Tages. Während wir uns anfangs noch einen Weg durch halbwegs begehbare Wiesen und Felder bahnen konnten, standen wir bald vor etlichen Dornenbüschen und sumpfähnlichen Weiden, welche nicht passierbar waren.
Schlussendlich landeten wir nach ungefähr einer Stunde und ein paar kleineren Streitereien mit nassen und matschigen Schuhen wieder auf der Straße.

Annapurna G501


Von dort aus führte der Weg (diesmal an der Straße entlang!) durch die karge, wüstenähnliche Landschaft, welche typisch für Mustang ist. Verrückt! Ein paar Tage zuvor liefen wir noch durch schneebedeckte Tannenwälder, nun waren wir in der Steppe und hatten die Schneegrenze bereits wieder überschritten!
Vorbei an Kagbeni mündete der Weg in das Kali Gandaki Tal, die tiefste Schlucht der Erde. Das ist sie deshalb, weil sie zwischen den beiden 8000er Annapurna I (8091m) und Dhaulagiri (8167m) verläuft.
Charakteristisch für die Schlucht sind die unglaublich starken Winde, die ab 11 Uhr morgens den ganzen Tag durch das Tal jagen und somit das Wandern nicht spaßiger machen – vor Allem nicht, wenn sie aus der falschen Richtung wehen.

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Zwischendurch kamen wir an riesigen, chinesischen Touristengruppen vorbei, welche von Allem und Jedem mindestens ein Foto mit ihren jeweils zwei überdimensionalen Spiegelreflexkameras machten und natürlich uns davon nicht verschonten. Hätten wir für jedes Foto 100 Rupees verlangt wäre der Trek dadurch finanziert gewesen!

An der kargen Landschaft hatten wir uns schnell sattgesehen. Durch den Gegenwind war es sowieso nicht gerade angenehm Pausen einzulegen und die Landschaft zu betrachten. Durch die Monotonie der Straße, welche logischerweise immer die gleiche Breite und den gleichen, gröllartigen Untergrund hatte war dieser Wandertag nicht der schönste. Eher der mit Abstand schlechteste bisher. Wir schleppten uns regelrecht immer weiter und fingen an zu verstehen, warum sich so viele Trekker bei Jomsom ins Flugzeug setzen: Würde der Weg das ganze Tal über so weiter gehen gäbe es wirklich keinerlei Gründe weiterzulaufen.

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Die Mittagspause war nötig. Von vollkommen überteuerten Maccaronis gestärkt nahmen wir die letzten drei Stunden des Tages in Angriff. Immer wieder wurden wir fast von den Windstößen umgepustet (ungelogen!). Ab und an kamen Busse vorbeigerauscht welche mit ihrem freundlichen Hupen uns immer wieder zur Überlegung brachten einfach in einen hineinzuhüpfen und dem nicht wirklich ereignisreichen Tag ein Ende zu setzen.

Es war inzwischen schon 16 Uhr nachmittags als wir endlich Jomsom in Sichtweite hatten. Von wegen kurzer Tag! Durch das späte Aufstehen und „trödeln“ am Morgen war es schon ziemlich spät geworden. Gegen 17 Uhr erreichten wir dann endlich die ersten Häuser. Hier fand man Resorts mit Spa’s oder einfache Guesthouses, die „unverschämt“ viel Geld für einen Raum verlangten. Ich will jetzt nicht behaupten umgerechnet etwa 6€ wären unverschämt viel für einen Raum, jedoch hatten wir die letzten Tage immer für maximal 2€ ein Zimmer bekommen. Denn das eigentliche Geld verdienen die Lodges hier mit dem Essen. Wo waren nur die netten Lodges, die wir sonst immer gefunden hatten? Zum Glück waren wir nicht alleine. Auch andere Trekker irrten durch die Stadt auf der Suche nach einem netten Guesthouse. Nach langem hin und her fanden wir dann endlich ein mittelmäßiges Guesthouse für einen angemessenen Preis.

Außer uns verbrachte noch ein älterer Franzose die Nacht dort. Er besuchte diese Region schon zum dritten Mal in seinem Leben, das erste Mal war er vor 16 Jahren hier gewesen. Er schwärmte von den Preisen von damals und fluchte, wie teuer und kommerziell hier doch alles geworden wäre. Es wird wohl das letzte Mal sein dass er hierher zurück kommt, sagte er zu uns.

Zum Glück erwartete uns am nächsten Tag nur ein einstüngier Walk nach Marpha. Wir hatten den Plan verworfen den mindestens zehn Stunden Weg bis Ghasa zu laufen und entschieden uns in Marpha eine Nacht zu verbringen.
Denn dieses Örtchen, so hieß es, soll sehr schön sein und noch besser: Es ist die Apfelhauptstadt hier in der Annapurna Region. Also gab es dort allerlei Leckereien wie Apfelkuchen, Apple Crumble und frischen Apfelsaft, welcher mit Hilfe der Technischen Universität München gepresst wird. Diese schickt nämlich jedes Jahr im Herbst zweier ihrer Studenten in das kleine Dorf um den Bewohnern zu zeigen, wie man guten Apfelsaft herstellt.

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So ließen wir es uns dort gut gehen, genossen den Ausblick auf das Dorf vom Kloster aus und trafen in den engen Gassen auf einige Trekker von den Vortagen.

Doch etwas war hier faul: In den Gassen fand man unzählige Souveniershops, Guesthouses und sogar eine Underground-Billard-Bar. Das kleine gemütliche Dorf war das schönste, welches wir bisher gesehen hatten. Doch außer uns war hier komischerweise niemand. Vielleicht zehn bis zwanzig Trekker hatten sich heute hierher verirrt. Es schien, als ob es mehr Souvenirshops als Kunden gäbe! Der Guide der beiden Taiwaner hatte dafür eine Erklärung: Durch den Flughafen in Jomsom und dem immer wiederkehrendem Gerücht, der weitere Trek sei nicht mehr lohnenswert wegen der Straße, läuft kaum ein Mensch noch den ganzen Circuit. Folglich fehlen hier die Besucher; einst, so der Guide, war hier in der Hochsaison jedes einzelne Guesthouse ausgebucht. Eigentlich schade. Die ganzen tibetischen Frauen, welche in ihren Shops handgemachte Ketten oder andere beliebte Mitbringsel verkaufen, versuchen mit allen Mitteln irgendwie Kunden anzulocken, die wenigen potientiellen, die hier noch durch die Gassen schlenderten.
Nach unserem Spaziergang liefen auch wir wieder in unser Guesthouse zurück, welches bestimmt 30 Zimmer führte. Wir beide waren die einzigen Gäste.

Annapurna G512 Annapurna G516„Warum das ganze Holz auf dem Dach?“ – Was bei uns der Porsche oder das neue Handy ist, ist in Marpha das Holz, ein Statussymbol. Je mehr Holz auf dem Dach, desto wohlhabender ist die Familie!


Die nächste Etappe sollte uns eigentlich nach Ghasa führen. Kurz nach Marpha führte eine Brücke auf die andere Flussseite, nach kurzem orientieren auf unserer Landkarte stellte sich dieser Weg als Originaltrek heraus. Somit wechselten wir die Flussseite und fanden wieder das, was wir den vorherigen Tag so vermisst hatten: Wälder, Wiesen, kleine Flüsse, gemütliche Dörfer und hindurch ein Wanderpfad, ganz ohne Geröll und hupende Busse.
Der heutige Tag machte wieder Lust auf die nächsten Tage, denn wir liefen durch eine der bisher schönsten Landschaften des Treks.

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Irgendwann erreichten wir das Flussbett. Hier verläuft sich der Weg, doch an einem Hang kann man den weiterführenden Pfad erkennen. Als wir dort ankamen trafen wir wieder auf die Gruppe der Deutschen. Sie waren den gleichen Pfad weiter gelaufen, mussten aber umdrehen, da der Weg von einem Erdrutsch verschüttet war. Der Guide von ihnen meinte es wäre aber auch möglich am Flussbett weiter zu laufen, denn etwas weiter unten gäbe es wieder eine Möglichkeit auf den Weg zurückzukommen. Mit den Dreien machten wir uns auf, sammelten auf dem Weg noch einen alleinreisenden Australier ein und liefen alle zusammen als kleine Gruppe den Weg.

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Am Nachmittag kamen wir in Kalopani an. Dort wollten die Deutschen planmäßig die Nacht verbringen und da der Guide uns auch ein Zimmer klarmachen konnte entschieden wir, hier zu bleiben.
Diese Lodge war überwältigend. Die Zimmer erinnerten einen eher an ein vier Sterne Hotel. Und dafür zahlten wir umgerechnet 3€ – zusammen.


Tag 14 – 17: Kalopani (2530m) – Tatopani (1190m) – Ghorepani (2860m) – Tadapani (2630m) – Ghandruk (1940m)

Weiter gings am nächsten Tag nach Tatopani. Gemeinsam mit der deutschen Gruppe liefen wir los. Heute sollten wir durch viele Wälder laufen. Auch hier gab es wieder viele alternative Wege um der Straße zu entgehen, die sehr zu empfehlen sind.
Während gemütlichen Tratschen kamen wir nicht wirklich schnell voran. Wir machten viele Pausen und somit waren wir schon einige Stunden unterwegs ohne dass wir die Hälfte des Weges geschafft hatten. Der Australier hatte unsere Trödlertruppe bereits schon verlassen, da er schneller in Tatopani ankommen wollte.

Annapurna G532Der Achttausender Annapurna im Hintergrund (8091m)


Wir waren wieder im Grünen und subtropischen Klima angekommen. Es war ausgesprochen warm und somit ließ es sich nur im Tshirt aushalten. Nach der Mittagspause, bei der wir von einem alten Nepali auf nepalesisch vollgeredet wurden und man nicht so genau wusste ob er nun betrunken oder von den reichlichen Marijuanapflanzen die hier wuchsen benebelt war, hatten wir immer noch einen sehr langen Weg vor uns. Es wurde schon dunkel als Tatopani dann endlich in Sichtweite war. Immerhin konnte man sich nach diesem langen, zehn stündigen, Trekkingtag auf die heißen Quellen im Ort freuen. Zehn Stunden Laufzeit, das war unser absoluter Rekord! Doch das lag nicht am daran, dass der Weg ausgesprochen weit gewesen wäre sondern eher an unserer gemütlichen und pausenreichen Laufgeschwindigkeit mit der deutschen Gruppe.

Annapurna G534 Annapurna G539


In der Lodge angekommen warfen wir unsere Sachen ab, bestellten das Abendessen auf später und liefen zu den heißen Quellen. Eine perfekte Entspannung!
Und die brauchten wir auch, denn am nächsten Tag wartete ein langer Weg nach Ghorepani. Von 1190 Metern hinauf zu 2860 Metern… Das sollte doch schon alles sagen. Insgesamt hatten wir also ganze 1700 Höhenmeter vor uns.

Der Morgen war warm. Und wurde immer wärmer. Das machte den Aufstieg zu einer wahrhaft heißen Angelegenheit. Nach etwa 4,5 Stunden erreichten wir Shikha auf 1935 Metern , wo wir eine Mittagspause einlegten. Hier hatten wir in etwa die Hälfte des Weges geschafft. Der Himmel war inzwischen zugezogen und machte das Laufen von den Temperaturen her angenehmer – die Aussicht nach Regen jedoch nicht. Als wir unsere Route fortsetzten nieselte es anfangs leicht, dann wurde der Regen stärker und es fing zudem zu Gewittern an. Als die Blitze und Donner näher kamen machten wir einen Zwangsstopp. Wir hangelten uns von Baum zu Baum um nicht auf offener Straße zu laufen bis wir schließlich in einem Teahouse Zuflucht fanden. Kaum war der Tee bestellt wurde der Regen weniger.
Ghorepani war zum Glück nicht mehr weit entfernt. Etwa eine Stunde später erreichten wir unser Tagesziel und wurden von rosanen Rhododendren begrüßt, welche sich gerade in der Blütezeit befanden und bestimmt schön ausgesehen hätten, wäre der graue Himmel und Nieselregen nicht gewesen.

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Ghorepani ist ein kleines, touristisches, aus blauen Häusern bestehendes Dörfchen. Hier gibt es unzählige Guesthouses und Touristen, ab hier mischen sich auch sehr viele 3 Tages Trekker unter das Publikum. Diese kommen nach Ghorepani um einen der schönen Sonnenaufgänge des bekannten Poon Hills zu sehen. Von dort hat man einen hervorragenden Blick auf das Annapurna Massiv und diese Attraktion ist das Highlight des gleichnamigen „Poon Hill Trek“.

Doch noch stand in den Sternen ob wir am nächsten Morgen für dieses Spektakel aufstehen müssten, denn auch am Abend war der Himmel noch bedeckt von unzähligen grauen Wolken und es wollte einfach nicht aufhören zu regnen.

Mit den beiden Deutschen unterhielten wir uns den Nachmittag und Abend, denn es war der letzte Tag bevor wir in richtung Base Camp und sie zurück nach Pokhara aufbrechen würden. Im Dining Room wurde währenddessen ausgelassen gefeiert von den vielen Portern und Guides, welche zu nepalesischer Musik und einigen fünf Jahre alten Charthits tanzten und sangen.

Ein Blick aus dem Fenster am nächsten Tag genügte um festzustellen dass es sich absolut nicht lohnen würde zum Poonhill aufzusteigen, denn schon hier konnte man keine zehn Meter weit durch die Nebeldecke blicken.
Da wir nicht im strömenden Regen loslaufen wollten warteten wir noch bis 11 Uhr morgens, ob sich das Wetter bessern würde. Dann erst nahmen wir den Weg weiter nach Tadapani in Angriff, weil sich die immer wieder kehrenden Regenschauer nicht verzogen.
Eigentlich hätte man auf diesem Abschnitt hervorragende Aussichten auf das Annapurna Massiv gehabt, doch heute sah man nichts weiter außer dichten Nebel. Da wir erst ungefähr 200 Höhenmeter aufsteigen mussten kamen wir sogar in einen Schneeschauer.
Durch rutschigen Matsch gings dann durch einen Wald wieder einige Höhenmeter nach unten, die man später noch einmal aufsteigen durfte, dann endlich kamen wir in Tadapani an. Es war zum Glück ein kurzer Tag.
Hier wirkte alles weniger authenthisch. Durch die vielen Trekkinggruppen die den Poonhill Trek machten wimmelte es hier vor Chinesen, Japanern und geldgeilen Nepalis, die neben Geld für einen Raum auch Geld für Strom und Duschen verlangten. Als wäre das alles nicht genug hatten die Preise für Nahrung hier fast Passniveau.

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Von Tadapani aus kann man den Trek weiter bis zum Annapurna Base Camp laufen, was unser eigentlicher Plan war. Durch den Wetterumschwung in den letzten Tagen überlegten wir uns das aber nochmal genauer, zudem schwand so langsam unser Bargeld, sodass es ohnehin nicht für weitere 7 Tage ausreichen würde. Und weil es hier weder Geldwechselstuben noch ATM’s gab entschieden wir uns weiter nach Ghandruk zu laufen um dort nach einem Geldwechsler zu suchen.

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Der nächste Morgen war wechselhaft, teils sonnig, teils bewölkt. Auf dem Abstieg ins niedriger gelegene Ghandruk kamen uns unzählige Familien, Touristen- und Schulgruppen entgegen, die hier Tagestrips unternahmen oder eben auch den Poon Hill besteigen wollten.
In Ghandruk fanden wir ein sehr schönes Guesthouse und endlich mal wieder eine ausgesprochen heiße Dusche, ohne dass man danach frohr ohne Ende oder Geld dafür zahlen musste.
Beim schlendern durch das alte Dorf kam man sich vor wie im Mittelalter, es kamen Reiter entgegen, man lief auf Pflastersteinen, schaute in enge Gassen und bestaunte die alten Bauten, welche mit Gebetsfahnen beschmückt waren.

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Freundlicherweise bot die Inhaberin des Guesthouses an unsere US Dollar in Rupees zu tauschen, doch leider war der Kurs zu schlecht und sowieso wäre es mit dem Wechselkurs auch mit den US Dollars sehr knapp geworden. Somit beschlossen wir weiter ins Tal zu laufen und eventuell einen Bus nach Nayapul zu nehmen um dort Geld abzuheben. Denn etwa eine Stunde Fußmarsch von Ghandruk entfernt begann die Straße wieder.

Als wir endlich an der Bushaltestelle bei Kimche ankamen, die Ortschaft wo die Straße begann, hatten wir die Möglichkeit – Pokhara oder Nayapul. Laut den Einheimischen gab es selbst in Nayapul keine Geldautomaten. Nach kurzem zögern stiegen wir in den Bus nach Pokhara ein.
Es war ein komisches Gefühl, dass unser Trek so prompt zuende war. Eigentlich wäre er noch 7 Tage länger gewesen. Plötzlich wieder in einem Bus zu sitzen, welcher sich über die wackeligen Geröllpisten den Berg herunter schlängelte, gefiel uns so ganz und gar nicht. Leider konnten wir es nicht ändern und als wir dann die Conservation Area in Birethanti verließen und somit einen „Exit“ Stempel auf unsere Trekking Permit bekamen war es dann endgültig. Da das Wetter und die Sicht sowieso nicht mehr so gut die letzten Tage waren konnten wir es mit dem Gedanken, dass in Pokhara wieder die Zivilisation und günstiges, indischen Essen auf uns wartete, verkraften.

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Der Trek war geschafft. Er war auf jeden Fall eines der großen Highlights unserer bisherigen Reise. Knapp drei Wochen lang schleppten wir unseren Rucksack durch Regen, Schnee, schwitzten in der warmen Sonne und froren in der eisigen Kälte.
Wir liefen durch fast alle Klimazonen, aßen mindestens 20 mal Dal Bhat, lernten viele nette und interessante Menschen kennen und sammelten wieder so einige Erfahrungen. Und all die Anstrengungen, den scheinbar endlosen Aufstiegen, dem schmerzenden Rücken und den Blasen an den Füßen wurden Tag für Tag von unglaublichen Aussichten und der einzigartigen Natur entschädigt.
Deswegen wird der Annapurna Circuit zwar für uns der erste, aber auf keinen Fall der letzte Trek gewesen sein!

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2 Kommentare

  • Reply Rudolf 18. Mai 2015 at 9:05

    Sehr interessanter Artikel, Ich lese Ihr Blog
    regelmäßig

    • Reply Chris 20. Mai 2015 at 5:47

      Hallo Rudolf!
      Das freut uns natürlich, wenn dir der Artikel und unser Blog gefällt! Großes Dankeschön dafür! 🙂
      Liebe Grüße
      Anna und Chris

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