Nepal

Annapurna Circuit Part 2 – Upper Pisang bis Manang

11. April 2015
Annapurna Circuit Tag 5 bis 7: Von Upper Pisang (3300m) über Nawal (3660m) nach Manang (3540m)

Heute liefen wir erst ein wenig später los, da wir der Sicherheit zuliebe mit den Anderen loslaufen wollten. Weil die anderen Gruppen jedoch zu lange trödelten und der Abschnitt bis Nawal laut den Guides auch keine Lawinengefahrstellen beinhalteten, beschlossen wir doch schon loszulaufen.
Erst ging es leicht bergab und dann relativ flach durch einen in den Schnee gestapften Pfad. Dann folgte ein steiler knapp 400 Meter Höhenanstieg in das Dorf Ghyaru auf 3670 Metern. Hier oben wurde die Luft schon knapper, man atmete schwer und musste immer mal wieder kleine Pausen einlegen.
Doch der Ausblick auf das Tal und das Annapurna Massiv entschädigte jegliche Anstrengungen. Unter uns befanden sich die Tannenwälder, wir befanden uns langsam schon fast an der Baumgrenze, welche hier in Nepal deutlich höher ist als die in den Alpen. Immer wieder hatte man einen unglaublichen Blick auf Annapurna II und IV.

Annapurna 23Blick von Ghyaru auf Annapurna II


Durch den Schneefall und den wolkenlosen Himmel war die Sicht ausgesprochen klar. Auch in der Ferne konnte man die Gipfel noch sehr gut erkennen. Ghyaru war ein kleines schönes Dörfchen, bevölkert von etlichen Yaks die auf den Pfaden entlangliefen und diese teilweise blockierten. Von dort aus stieg man immer mal wieder ein wenig auf und ab, lief aber im Großen und Ganzen auf einer Höhenebene um die Bergkuppe herum.

Annapurna 24Yaks in Ghyaru


Die Schneepfade zwangen uns zu langsamen Schritten und wir mussten vor allem beim Absteigen darauf achten nicht auszurutschen. Dadurch zog sich der Weg und wir erreichten erst nach knapp 5 Stunden die Ortschaft Nawal.

Hier musste es wohl ordentlich geschneit haben, viele Wege waren gar nicht mehr richig zugänglich. Schließlich fanden wir doch einen Weg durch das Dörfchen und ziemlich schnell auch ein schönes Guesthouse, in welchem wir die Nacht verbrachten.

Im gleichen Guesthouse trudelten etwas später auch die beiden „Taiwaner“ ein, sodass man sich mit ihnen über die bevorstehenden Tage austauschen konnte.

Annapurna 27Blick vom Pfad auf das Dorf Nawal


Heute war absoluter Ruhe-Nachmittag angesagt. In der Höhe wurde das Laufen schon anstrengender und vor allem mit ungefähr 11- 12 Kilo auf dem Rücken läuft es sich nicht gerade leichter. Von Blasen waren wir auch nicht verschont worden und Annas Archillessehne schmerzte. Somit konnten wir einen Ruhetag gut gebrauchen.

Annapurna 28


Ursprünglich hatten wir geplant am nächsten Tag nochmals einen kurzen Tag einzulegen und nur nach Braka zu laufen, welches ungefähr eine Stunde vor Manang liegt. Von dort aus könnte man gut zum „Ice Lake“ auf 4700 Metern laufen, was natürlich ein sehr gutes Akklimatisationstraining für den Pass wäre. Es stand aber in den Sternen ob dieser Pfad bis auf 4700 Meter durch den Schneefall der letzten Tage begehbar sei. Das Wetter war die letzten Tage so gut gewesen dass aller Voraussicht nach der Pass sogar schon offen war. Somit beschlossen wir lieber direkt nach Manang zu laufen, um dort am nächsten Tag den nötigen Akklimatisationstag einzulegen.

Zwischen Nawal und Manang hatte man einen wunderbaren Blick auf das Ende des Tals. Nach einem Abstieg ging der Pfad entlang des Flusses, bis wir nach ungefähr 2 Stunden schon in Munchi ankamen, ein kleiner beschaulicher Ort 30 Minuten vor Braka.

Annapurna 30Munchi, etwa 20 Minuten vor Braka


Manang erreichten wir nach insgesamt 3 1/2 Stunden. Hier richten die meisten Trekker einen Akklimatisationstag ein. Um Manang gibt es einige Daytrips welche sich dafür sehr gut eignen.

Durch die vielen Menschen die hier einen Ruhetag einlegen ist Manang im Vergleich zu den meisten Orten etwas „größer“. Hier gibt es dadurch größere Guesthouses, Souvenirläden und sogar ein improvisiertes Kino. Da wir nicht lange hin und her suchen wollten entschieden wir uns einfach für eines der größeren Guesthouses. Hier gab es zur Abwechslung mal eine wirklich warme Solardusche (schließlich hatten wir ja genug Sonnenschein) und auch Internet.

Annapurna 31Unmittelbar vor Manang


Auf dem Weg durch Manang wurden wir auf einen „Altitude Sickness Talk“ aufmerksam. Dieser fand jeden Tag um 15 Uhr statt und man wurde dort über die Höhenkrankheit aufgeklärt. Wir dachten uns, da wir sonst auch sowieso nichts zu tun hatten, dass es durchaus interessant sein könnte darüber aufgeklärt zu werden und beschlossen dort hin zu gehen.

Dieser Talk wird von ausländischen Ärzten geführt, welche in einer Klinik mit dem Namen HRA (Himalayan Rescue Association) speziell für Fälle wie die Höhenkrankheit volunteeren. Hierbei darf man sich jedoch keine „Klinik“ in dem Sinne vorstellen, sondern eher ein kleines Häuschen. Wenn höhenkranke Menschen mit dem Helikopter abtransportiert werden kommen sie hier hin, um mit Sauerstoff behandelt zu werden.

Beim Talk wird man vor allem allgemein über die Symptome und deren Behandlung aufgeklärt. Auf Nachfrage, wie viele Leute schon Kopfschmerzen beim Aufstieg hatten, meldeten sich erstaunlich viele! Wir hatten zum Glück bis dahin noch keinerlei Anzeichen, außer dass wir ungefähr 15 Mal pro Tag pinkeln mussten (was in dieser Höhe absolut normal und sogar gut ist, wie sich herausstellte).

Manang ist bekannt für viele Bäckereien und unglaublich leckeren Apple Crumble, welchen wir uns nach dem Talk gönnten.
Abends trafen wir wieder die Gruppe bestehend aus der Deutschen, den zwei Amerikanern und dem Malaysianern. Zusammen spielten wir Karten und probierten einen überaus teuren Yak Burger – lecker!
In diesem großen Guesthouse gab es eine reichliche Speisekarte. Und gerade weil es hier eine Art Schlemmerparadies auf 3540 Metern war, waren die Preise hier verglichen zu den kleineren Guesthouses ziemlich hoch, sodass wir am nächsten Tag in ein kleineres Guest House wechselten.

Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf zu unserem Akklimatisationstraining. Im Zentrum Manangs gibt es ein Info Board, wo man eine Übersicht über die ganzen Daytrips bekommt. Wir planten zu einer Gompa zu laufen. Da wir aber den falschen Weg einschlugen verirrten wir uns ziemlich schnell in Feldern, sodass wir querfeldein zu einem anderen Pfad liefen, den wir erkennen konnten. Irgendwo hin würde dieser uns schon bringen, hauptsache nach oben! Dieser Pfad führte ebenfalls zu einer kleinen Monestary auf ungefähr 4000 Metern. So ganz ohne Rucksack liefen sich diese 500 Höhenmeter deutlich einfacher.

Oben angekommen verbrachten wir ungefähr eine halbe Stunde, bevor wir wieder mit dem Abstieg begannen. Von hier aus hatte man einen wunderbaren Blick auf Manang, seinen Gletscher und das Massiv. Vor allem das Tal sah unglaublich aus, da durch den Schnee, die Flüsse und teilweise die vom geschmelzten Schnee freiliegenden Felder ein schönes Muster entstand.

Annapurna 32Blick von der Monastery auf Manang


Wieder in Manang angekommen gönnten wir uns erst einmal Dal Bhat und einen Apple Crumble, welcher für umgerechnet 1,50€ schon mal drin ist. Wir genossen die wärmende Sonne auf dem Balkon unserer Lodge. Doch am Nachmittag bekam ich dann unglaubliche Kopfschmerzen. Da wir jedoch schon zuvor in Nawal knapp 100 Höhenmeter über Manang eine Nacht verbracht hatten konnten sie eigentlich nicht von der Höhe kommen. Wahrscheinlich hatte ich durch den reflektierenden Schnee einfach zu viel Sonne abbekommen.

Zur Sicherheit kauften wir bei der Klinik auch für die kommenden Tage eine Packung Diamox. Diese Tabletten kann man entweder als Prävention einnehmen oder eben wenn man Symptome der Höhenkrankheit bekommt. Diamox hilft dem Körper sich besser an die Höhe zu gewöhnen.

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